Do
26
Nov
2009
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Fritzlar. Es war unruhig, als Polizeipräsident Wilfried Henning die Gäste in der Fritzlarer Stadthalle begrüßte. Wie es eben so ist, wenn 620 Schüler an einem Ort versammelt sind. Doch einige Minuten später herrschte Stille, betretene Stille. Ein Film über einen tödlichen Verkehrsunfall unter jungen Leuten hatte Eindruck gemacht.
Die Polizei Schwalm-Eder, die Verkehrswacht und vier Schulen hatten zu dem Präventionstag unter dem Titel "Berauschte Fahrt" eingeladen. Schüler der König-Heinrich-Schule, der Ursulinenschule und der Anne-Frank-Schule sowie der Georg-August-Zinn-Schule aus Gudensberg waren gekommen.
Kernstück war die mehr als einstündige Präsentation von Hauptkommissar Jürgen Hildenbeutel. Er informierte über die Gefahren von Alkohol und anderen Drogen im Straßenverkehr und zeigte den Film.
Beeindruckend war auch die Präsentation "Die letzte Sekunde deines Lebens". Mit erschreckenden Unfallfotos schilderte Hildenbeutel, was genau in der Sekunde des Aufpralls bei einem schweren Unfall passiert. Er berichtete, wann die Beine brechen, wie Stahlsplitter in die Lunge schießen und Blut auf das Len- krad spritzt. Keine leichte Kost für die Schüler, aber es zeigte Wirkung. Polizeipräsident Henning hatte schon vor der Veranstaltung im Gespräch mit der HNA gesagt, dass es mit dieser Art der Darstellung gelinge, auch bei skeptischen Jugendlichen etwas zu bewirken.
Vor der Stadthalle war ein Autowrack aufgebaut, Überrest eines Unfalls, bei dem der 17-jährige Cevin und der 24-jährige Christian ums Leben gekommen waren. Auch diese Gesichte erzählte der Kommissar in der Stadthalle. Zwischendurch befragte er Schüler nach ihrem Alkoholkonsum. Eine 15-Jährige sagte, dass sie Alcopos trinke, obwohl das erst ab 16 erlaubt sei. Falsch, sagte Hildenbeutel, erlaubt ist es erst ab 18 Jahren.
Vor der Stadthalle konnten Schüler in einem Überschlagsimulator und im Gurtschlitten am eigenen Leib erfahren, welche Kräfte auf ein Unfallauto wirken. Für Musik sorgte die KHS-Schulband, die sich gestern BOB-Band nannte.
Von Olaf Dellit / Quelle HNA